Hohe Sulfatwerte führen zu Kostenexplosion an Cottbuser Bergbaufolgesee

Der geplante Hafendamm am künftigen Cottbuser Ostsee soll mit sieben Millionen Euro wesentlich teurer werden als die ursprünglich angekündigten 4,4 Millionen Euro. Hauptgrund ist die zu erwartende schlechte Wasserqualität durch hohe Sulfatwerte in dem Bergbaufolgesee. Die Kaimauer kann deshalb nicht wie ursprünglich geplant aus Beton sein – dann würde in kurzer Zeit der sulfatbedingte Betonfraß deren Sicherheit gefährden. Stattdessen müssen nun erheblich teurere Materialien zum Einsatz kommen. Die zusätzlichen Kosten muss jedoch nicht etwa der Tagebau-Besitzer, die LEAG, als Verursacher des Problems tragen, sondern die Stadt Cottbus. Der Bergbaubetreiber trägt nämlich nur die Kosten der Rekultivierung des Tagebaus bzw. der Herstellung des Sees, nicht aber die für die – in diesem Fall touristische – Nachnutzung.

Die bergbaupolitische Sprecherin der bündnisgrünen Landtagsfraktion Heide Schinowsky sagte: „Die Wiederherstellung der Tagebaufolgelandschaften darf nicht zu einem Fass ohne Boden werden. Angesichts der Kostenexplosion ist die Landesregierung gefordert, dem Bergbaubetreiber Vorgaben für den Sulfatgehalt des Wassers zu machen. Es kann nicht sein, dass ein Unternehmen die Gewinne des Braunkohleabbaus für sich verbuchen kann, während die Steuerzahler für die Folgekosten aufkommen müssen“. Die bündnisgrüne Fraktion spricht sich seit Längerem dafür aus, bei der Ausleitung aus dem See Sulfat-Grenzwerte von 250 mg/l festzusetzen. Nur so könne das Braunkohleunternehmen bei hohen Sulfatwerten zur Verantwortung gezogen werden, sagte Heide Schinowsky.

Unterstützung erhält ihre Fraktion vom Brandenburger Umweltamt. Bei einer Anhörung im November 2016 im Rahmen des Planverfahrens forderte die Landesbehörde eine „sulfatorientierte Mengenbewirtschaftung“ des Cottbuser Ostsees und plädierte für die Festsetzung eines Zielwertes für Sulfat bei der Ausleitung von Wasser. Dieser solle sich an den derzeitig gemessenen Werten an der Messstelle Pegel Leipsch an der Spree orientieren, (rund 300 mg/l).

Das Planungsverfahren für die Umwandlung des bereits Ende 2015 stillgelegten Tagebaus Cottbus-Nord in den Cottbuser Ostsee ist noch nicht abgeschlossen. Im Wasser des geplanten Sees werden laut Antragsunterlagen des Tagebaubetreibers 600 Milligramm Sulfat pro Liter erwartet. Weil Sulfat Beton angreift, hat die Cottbuser Stadtverwaltung eine geplante Kaimauer nun umgeplant. Sie müsse aufgrund der zu erwartenden Wasserbeschaffenheit bei Korrosionsschutz und Statik höheren Anforderungen genügen.

Teile diesen Inhalt: