Kindergefängnis Bad Freienwalde: Ehemalige Insassen stellen Spendenkampagne für ein Mahnmal vor

www.ideengruen.de | markus pichlmaierAm Montag stellten ehemalige Insassen des Kindergefängnisses in Bad Freienwalde vor dem Büro der Landtagsabgeordneten Jutta Lieske (SPD) in Bad Freienwalde neue Spendendosen zur Unterstützung der Errichtung eines Mahnmals in der Kurstadt vor. Neben der SPD-Politikerin und dem Vereinsvorsitzenden Roland Herrmann war auch die Landtagsabgeordnete der Bündnisgrünen Heide Schinowsky vor Ort. Die beiden Landespolitikerinnen kündigten an, die Spendendosen in ihren Bürgerbüros in Bad Freienwalde und Cottbus aufzustellen.

„Viele unserer Mitglieder und Unterstützer kamen auf uns zu und wollten sich an dem Mahnmal beteiligen, damit es auch wirklich unser Gedenkort ist“, erklärte der Vorsitzende des Vereins „Kindergefängnis Bad Freienwalde“ Roland Herrmann. Der Landrat von Märkisch Oderland Gernot Schmidt erklärte bereits im Sommer 2016, ein Mahnmal vor dem ehemaligen Kindergefängnis in der Bad Freienwalder Adolf-Bräutigam-Straße mitzufinanzieren. In einem Gespräch am letzten Donnerstag in der Brandenburger Staatskanzlei sicherte auch Ministerpräsident Dietmar Woidke die Unterstützung zu. Am Mittwoch will der Verein mit dem Landrat von Märkisch-Oderland Details zur Umsetzung des Mahnmals besprechen, kündigte Herrmann an.

Jutta Lieske (SPD) wolle die Diskussion um die Aufarbeitung des ehemaligen Kindergefängnisses auch in Bad Freienwalde vorantreiben, versicherte die SPD-Politikerin. Jede Stadt habe „dunkle Flecken“ in der Vergangenheit, denen es sich zu stellen gilt. Die Landtagsabgeordnete Heide Schinowsky von den Bündnisgrünen regte an, die öffentliche Diskussion auch in die Schulen zu führen. Der Umgang der DDR mit politisch Andersdenkenden und die Auswirkungen auf Kinder und Jugendlichen sei kein „Nischenthema“, sondern muss landesweit debattiert werden, sagte Schinowsky.

Der Verein „Kindergefängnis Bad Freienwalde“ bekräftigte seine Forderung nach einer Änderung des strafrechtlichen Rehabilitationsgesetzes für die Opfer der DDR, um die demütigenden Wege über langwierige Gerichtsverfahren zu vermeiden. Nach derzeitiger Rechtslage scheitern ehemalige Insassen des Kindergefängnisses regelmäßig vor Gericht.

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