Presse- und Bildtermin 11. Juni: Rekultivierungsstau Kiesgruben Mühlberg/Elbe – Bundestagsabgeordnete und Delegation der Bündnisgrünen bei Vor-Ort-Besichtigung

Die Bundestagsabgeordnete Annalena Baerbock und eine Delegation der Bündnisgrünen aus Brandenburg und Sachsen werden sich am kommenden Dienstag den sogenannten „Rekultivierungsstau“ durch die Betreiber der Kiestagebaue rund um Mühlberg/Elbe (Landkreis Elbe/Elster) mit eigenen Augen ansehen. Vor einem Rundgang ist um 11.30 Uhr am Badestrand des Westsees ein Treffen mit der lokalen Bürgerinitiative „Für eine Heimat mit Zukunft“ geplant. Die Initiative begleitet seit Jahren die Auswirkungen und Neuaufschlüsse von Kiesgruben in der Region kritisch und macht auf Fehlentwicklungen aufmerksam.

Die umstrittenen Kiesgruben beschäftigten schon länger den Brandenburger Landtag. Aufgrund der dramatischen Situation verweigerten sich – anders wie beim Braunkohleabbau – die Fraktionen von SPD und Linke nicht der Einforderung von Sicherheitsleistungen vom Rohstoffunternehmen. Die Bürgschaften müssen die Kiesgrubenbetreiber nach einem Beschluss des Landtages hinterlegen und können beim Ausbleiben von Renaturierungsmaßnahmen eingelöst werden.

„Kiesabbau rund um Mühlberg hat viel zerstörte Natur verursacht: Beide Kieswerke haben in den letzten 50 Jahren rund 550 ha Boden vernichtet und bisher hauptsächlich Wasser- und wüste Sandspülflächen hinterlassen“ berichtete die Brandenburger Landtagsabgeordnete Heide Schinowsky: „Der Konflikt zwischen der landwirtschaftlichen Nutzung von ertragreichen klima-robusten Auenböden und dem Kiesabbau eskaliert derzeit im Mühlberger Raum. Mit Recht wehren sich die betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner. Die hier aufgeworfene Problematik hat anscheinend für die Genehmigungsverfahren des Landesbergamtes beim Kiesbergbau bisher keine Rolle gespielt und wird es vermutlich auch zukünftig nicht, wenn hier nicht eingegriffen wird“, sagte Schinowsky.

Ablauf

11:30 bis ca. 13:00 Uhr: Kiestagebau um Mühlberg/Elbe
Vor-Ort Besuch von Abraumhalden des Kiestagesbaus Mühlberg sowie von Renaturierungsflächen.
Gespräch mit der Sprecherin der Bürgerinitiative „Für eine Heimat mit Zukunft“, Sigrid Käseberg, und weiteren Mitgliedern der BI die sich gegen den dortigen Kiestagebau engagiert.
Ort: Parkplatz am Badestrand Westsee vor dem Ortseingang Mühlberg an der L66, Geokoordinaten: 51°26’40.5″N 13°13’35.1″E, 51.444586, 13.226421

Kontakt vor Ort zu allen Teilnehmern

Mike Kess http://twitter.com/kess_
Mobil: 0178 502 58 29

Gegen 14 Uhr wird eine Presseerklärung sowie kostenfrei nutzbare Bilder der Vor-Ort-Besichtigung auf annalena-baerbock.de und heide-schinowsky.de bereitgestellt. Direkte Eindrücke von Annalena Baerbock unter http://twitter.com/a_baerbock

Hintergrund Kiestagebaue Mühlberg/Elbe

Die Kiessandlagerstätten im Raum Mühlberg/Elbe gehören zu den größten Lagerstätten im Land Brandenburg und wecken demzufolge Begehrlichkeiten der Baustoffindustrie. Im Gebiet um die Stadt Mühlberg wird seit 1967 Kies abgebaut. Zurzeit haben zwei Firmen – die Elbekies GmbH mit Sitz in Oßlingen (ein Unternehmen der EUROVIA mit Sitz in Frankreich) und die Berger Rohstoffe GmbH mit Sitz in Passau Bayern – die Abbaurechte am Rohstoffkörper. In der Zeit von 1967 bis heute wurde eine Landfläche von 550 ha bis in eine Tiefe von 40 m im Nassschnittverfahren abgebaut. Im Wesentlichen wurden und werden auf Grund mangelnder Rekultivierung und Renaturierung nur Wasser- und tote Sandspülflächen hinterlassen, welche fast ausschließlich für die Bevölkerung nicht zugängig sind: – Betreten verboten- Lebensgefahr!

Die geplante Erweiterung der Elbekies GmbH erstreckt sich in die fruchtbare Elbaue. Hunderte Hektar wertvoller und klimarobuster Ackerböden sollen dem Kiesabbau zum Opfer fallen. Der ortstypische Wirtschaftszweig und großer, beständiger Arbeitgeber – die Landwirtschaft – wird seiner Arbeitsgrundlage zu einem Großteil beraubt, wenn der Abbau genehmigt wird.
Die Böden in den Abbaugebieten wurden im INKA BB-Teilprojekt 4 „Klimaadaptierte Regionalplanung in den Regionen Uckermark-Barnim und Lausitz-Spreewald“ als klimarobust, ertragreich und besonders schützenswert eingestuft wurden. Die Wertigkeit der hiesigen Auenböden erreichen laut Projekt den Status als Vorrangfläche, zur Sicherung für die landwirtschaftliche Produktion

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