Heide Schinowsky

Lakoma: Kreuze für abgebaggerte Dörfer
Unterhalb des Wasserspiegels: Maust und das große Hoffen
Einlaufbauwerk: Wo die Spree in den Ostsee fließt - oder auch nicht
Gedenkstätte Tranitz: Trauer und Erinnerung – für wenige Pfennige die Heimat hergeben
Südspitze: Der See im Osten ist nicht die Ostsee
Merzdorfer Aussichtsturm: klimagerechtes Hafenquartier – mit Blick auf Müllkraftwerk?
Gedenkstein Groß Lieskow: Verdunstung trotz Floating Solar

Lakoma: Kreuze für abgebaggerte Dörfer

 www.ideengruen.de | markus pichlmaierFür die Braunkohleförderung mussten in der Lausitz zahlreiche Dörfer weichen. In den letzten 90 Jahren verschwanden 136 Orte ganz oder teilweise. Mehr als 25.000 Menschen wurden umgesiedelt – darunter viele Bewohner:innen sorbischer/wendischer Herkunft. Allein für den Tagebau Cottbus Nord wurden seit 1981 ca. 860 Menschen in den Dörfern Tranitz, Klein Lieskow, Groß Lieskow, Schlichow und Dissenchen umgesiedelt. Das kleine Dorf Lakoma wurde erstmals urkundlich erwähnt im Jahr 1337. Es lag am Rand einer idyllischen Teichlandschaft. Im Jahr 1983 wurde dann endgültig durch die damalige DDR-Braunkohlenwirtschaft entschieden, dass auch Lakoma für den Tagebau Cottbus-Nord abgebaggert wird. Doch es regte sich erstmals Widerstand. Die Bewohner:innen von Lakoma weigerten sich, ihre Heimat aufzugeben. Für die DDR-Zeit war dies ein mutiger Schritt.

An der Stelle wo sich Lakoma damals befand, entstand 1994 ein Mahnmal aus Kreuzen für Lakoma und weitere abgebaggerte Dörfer. Die Kreuze symbolisieren das Sterben dieser Orte. Bis heute wird das Mahnmal von der Umweltgruppe Cottbus e.V. und engagierten Einwohner:innen aus Willmersdorf, ehemaligen Bewohnern von Lakoma und Klein Lieskow gepflegt.

1992 hatte der damalige brandenburgische Ministerpräsident Manfred Stolpe noch versprochen, das Dorf Horno werde das letzte sein, das der Kohle weichen müsse. Entgegen Stolpes Versprechen, hat sich die Brandenburger Landesregierung immer wieder aktiv für die geplante Inanspruchnahme von Dörfern, wie Proschim und Atterwasch durch die Bergbauunternehmen stark gemacht. Aufgrund des Siegeszuges der Erneuerbaren Energien als Alternative und nicht zuletzt durch den massiven Widerstand in den betroffenen Dörfern muss in Brandenburg dennoch kein Dorf mehr der Kohle weichen.

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