Heide Schinowsky

Wasserverlust von Seen im Umfeld des Tagebaus Jänschwalde: LEAG wird endlich zu Maßnahmen verpflichtet

Um den massiven Wasserverlust von Seen im Umfeld des Tagebaus Jänschwalde einzudämmen, wird der Braunkohle-Bergbaubetreiber LEAG jetzt per bergrechtlicher Anordnung dazu verpflichtet, die Wasserstände im Groß-, Klein- , Deulowitzer und Pinnower See wiederherzustellen. Dies haben heute Vertreter des Landesbergamtes und des Umweltministeriums in Cottbus bekannt gemacht. Dafür soll über neue Brunnen das Grundwasser angezapft werden und das Wasser zur Stabilisierung in die Seen geleitet werden. Der Bergbaubetreiber wird für die Maßnahmen nicht nur verantwortlich sein, sondern er muss auch die Kosten von zunächst etwa 3 Millionen Euro tragen. Die Maßnahmen sollen bereits im nächsten Frühjahr starten, hieß es von der LEAG.

Landesbehörden wie auch der Bergbaubetreiber bekräftigten deutlich, dass der enorme Wasserverlust auf den Bergbau zurückzuführen ist. Eine Erkenntnis, die noch vor wenigen Monaten bestritten worden ist. Die bergbaupolitische Sprecherin der bündnisgrünen Landtagsfraktion HEIDE SCHINOWSKY spricht von einem „Teilerfolg“. Bei den Seen soll allerdings nur der Wasserstand vom Jahr 2010 wiederhergestellt werden; der Wasserverlust aus den Jahren davor bliebe demnach unberücksichtigt. „Dass jetzt endlich Bewegung in die Sache kommt, ist mehr als überfällig. Trotz der lange bekannten massiven Wasserverluste haben sich Umwelt- und Bergbehörde erst jetzt entschlossen, Maßnahmen anzuordnen. Das hätte viel früher passieren müssen“, kritisierte die Abgeordnete.

HEIDE SCHINOWSKY fordert, dass alle Unterlagen und Monitoringberichte zum Wasserverlust öffentlich einsehbar sein müssen – auch die, die im Besitz der LEAG sind. Das ist bisher nicht der Fall. „Über das Jahr 2010 als Referenzstand muss nochmal geredet werden“, sagte sie. Laut Vertretern des Umweltministeriums sei erst ab diesem Jahr ein signifikanter bergbaulicher Einfluss festzustellen. Ob das wirklich zutrifft, müsse mit Blick in die entsprechenden Unterlagen noch geprüft werden, sagte HEIDE SCHINOWSKY.

Pikant ist, dass ein Ersuchen der Gemeinde Schenkendöbern nach einem unabhängigen Gutachten zu den Ursachen des Wasserverlusts am Pinnower See seitens des Umweltministeriums abgelehnt wurde. Dafür bestünde nun keinerlei Anlass mehr, erklärte ein Vertreter des Umweltministeriums. Die Gemeinde könne nur ein Gutachten gefördert bekommen, das sich explizit nicht mit dem Bergbau als Verursacher befasst, sondern nur mit möglichen Auswirkungen des Klimawandels.

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