Heide Schinowsky

Heide und Roland Herrman
Mahnmal für die Kinder und Jugendlichen des ehemaligen DDR-Gefängnis

Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der DDR: Zukunft der Brandenburger BStU-Außenstelle sichern

PM20180619 130402Die aufarbeitungspolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Heide Schinowsky, hat sich in der Debatte um die Neukonzeption der Behörde des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU) dafür ausgesprochen, dass es auch zukünftig in Brandenburg eine Außenstelle der BStU gibt. Hierzu sagte die Abgeordnete:

"In der letzten Legislaturperiode erarbeitete eine unabhängige Expertenkommission auf Bundesebene Vorschläge zur Zukunft der Stasi-Unterlagenbehörde. Ein Thema war hierbei auch die Frage nach der Zukunft der insgesamt 12 Außenstellen der BStU in den ostdeutschen Bundesländern.

Diskutiert wurden verschiedene Optionen: die Verlagerung aller Akten nach Berlin, die Reduzierung der Außenstellen auf eine je Bundesland bzw. der Erhalt aller Außenstellen. Der Bundesrat hatte sich in einer Entschließung Anfang 2017 für den Erhalt aller Außenstellen ausgesprochen. Offiziell heißt es zwar weiterhin, dass ein Modell mit einer Außenstelle je Bundesland präferiert wird. Intern ist nach meiner Kenntnis jedoch offen, ob es in Brandenburg zukünftig noch eine BStU-Außenstelle geben wird. Brandenburg muss sich erkennbar für eine solche Außenstelle einsetzen. Die abschließende Entscheidung im Bundestag wurde auf diese Legislaturperiode vertagt und steht voraussichtlich 2019/2020 bevor.

Im Unterschied zu den anderen Bundesländern gibt es in Brandenburg nur noch eine Außenstelle, und zwar in Frankfurt/Oder. Dort befinden sich auch die Akten aus der ehemaligen MfS-Bezirksverwaltung Cottbus und deren Kreisdienststellen. Die Akten aus Potsdam wurden in die Zentralstelle des Bundesbeauftragten für die Stasiunterlagen nach Berlin verlagert.

Auch über den künftigen Standort ist ein Klärungsprozess vonnöten. Die Außenstelle Frankfurt/Oder leistet zwar hervorragende Arbeit, hat jedoch nach den Kriterien für eine zukunftsfähige Weiterentwicklung Standort-Nachteile: Das Archiv befindet sich außerhalb des Stadtzentrums und ist zudem kein historischer Ort. Ob das Menschenrechtszentrum Cottbus - als ehemalige Haftanstalt vor allem für politische Gefangene - als Standort in Frage käme, ist noch ungeklärt.

Neben dem Anliegen der dauerhaften archivgerechten Unterbringung und Nutzung der Stasi-Unterlagen muss insbesondere bedacht werden, wie deren Bedeutung als Symbol der friedlichen Revolution erhalten bleiben bzw. gestärkt werden kann. Mit Blick auf die wichtige Aufgabe und Herausforderung, die Auseinandersetzung mit DDR-Unrecht wach zu halten, liegt in der Diskussion um die Standort-Frage auch die Chance, dass die BStU-Außenstelle zu einem wichtigeren Baustein in der Gedenstätten-Landschaft bzw. als Standort der politischen Bildung und Demokratie-Arbeit in Brandenburg ausgebaut werden könnte."

Zur Diskussion der Brandenburger Standort-Frage wird die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im September diesen Jahres ein Fachgespräch unter Beteiligung des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU) Roland Jahn sowie Maria Nooke, der Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur (LAkD), veranstalten.

Aktuelle Seite: Startseite Meine Themen Aufarbeitung DDR-Unrecht Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der DDR: Zukunft der Brandenburger BStU-Außenstelle sichern

Pressemitteilungen gruene.de

Die Zukunft änderst du hier. Alle Informationen zu Programm, Personen und Möglichkeiten, bei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN aktiv zu werden.
  • Reiches Heizungsgesetz: Fossile Kostenfalle und Klimakiller
    Nach der ersten Lesung des Gebäudemodernisierungsgesetzes ist klar: Dieser Gesetzentwurf aus dem Hause Reiche ist klimaschädlich, sozial unausgewogen und verlängert die Abhängigkeiten Deutschlands von teuren Gasimporten. Diese Gesetzesnovelle sollte besser heute als morgen beerdigt werden!
  • Schwarz-rote Sozialreform: Kürzen ist noch keine Reform
    Was die Bundesregierung unter dem Deckmantel einer „Pflegereform" vorlegt, verdient diese Bezeichnung kaum. Statt strukturelle Probleme anzugehen und Lasten gerecht zu verteilen, greift der Gesetzentwurf zum Rotstift – und zwar dort, wo er am wenigsten hingehört: bei den Menschen, die ohnehin am wenigsten haben. Was wir Grüne im Detail kritisieren, liest du hier.
  • IM/PULS 2026 – Hoffnung ist eine politische Strategie.
    Tausend Menschen. Acht Bühnen. Eine Frage: Wie machen wir Politik, die wieder Hoffnung weckt? IM/PULS 2026 war keine Konferenz - sondern ein Experiment. Was dabei entstand, liest du hier.
  • Tag der Frauengesundheit: Bundesregierung hat Frauen nicht im Blick
    Frauen leisten den überwiegenden Teil unbezahlter Sorgearbeit in Deutschland. Die von der Bundesregierung geplanten Kürzungen des Unterhaltsvorschuss treffen unmittelbar alleinerziehende Frauen und Kinder. Sie bezahlen dafür auch mit ihrer körperlichen und psychischen Gesundheit. Hier lest ihr, warum wir echte Gleichstellung in der medizinischen Gesundheitsversorgung brauchen und wie wir Frauen wirklich entlasten.

Newsletter BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Spree-Neiße

Telegram BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN