Heide Schinowsky

Aus dem Parlament
Windenergie
Braune Spree
Braunkohle

Rede "Wind im Tank und unter den Flügeln"

Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen,

in ihrem Antrag greifen Sie ein wichtiges und topaktuelles Thema auf – deshalb werden wir das Anliegen auch gerne unterstützen.

Herr Barthel hat es schon angesprochen: Die Klima- und Energiedebatten in Deutschland, aber auch bei uns in Brandenburg hat eine Schieflage: Diskutiert wird meistens nur über die Energiewende im Strombereich. Das hat verschiedene Gründe. Einer davon ist, dass es in den anderen Bereichen deutlich schwieriger ist, die Energiewende zu organisieren. Mit Blick auf den Wärmebereich ist das zum Beispiel mit großem finanziellen Druck auf Mieter und Hausbesitzer verbunden.

Auch im Verkehrsbereich ist bisher viel zu wenig passiert. In den letzten Jahren haben zwar einige technische Neuerungen den Weg zum Nutzer gefunden wie Elektro-, Hybrid-und Gasantriebe. Gleichwohl sind wir im Verkehrsbereich noch weit davon entfernt, ökologisch vertretbar unterwegs zu sein. Eine besonders große Herausforderung ist der Flugverkehr – die Probleme hierbei wurden schon angesprochen.

Um den Verkehr komplett auf Basis erneuerbarer Energien fließen zu lassen, braucht es neben dem Umstieg auf die Schiene, dem Ausbau vom ÖPNV, Infrastruktur für E-Mobilität u. a. eben auch synthetische Treibstoffe.

Neben der offensiven Förderung entsprechender Forschung und dem angesprochenen Abbau von Abgaben auf diese Technologien müssen wir aber auch jetzt schon über die nächsten Schritte nachdenken, um Fehlanreize und Fehlentwicklungen möglichst von vornherein zu vermeiden bzw. keine unerfüllbaren Erwartungen zu wecken.

Eine zentrale Frage ist: Wo kommt die Energie her, der mit den Power-to-X-Technologien umgewandelt werden soll? Mit Blick auf die Antrag angesprochene CO2-Reduktion dürfen dafür keine fossilen Rohstoffe verwendet werden; es muss erneuerbare Energie sein.

Derzeit gibt es aber nur wenige Stunden im Jahr, in denen ein realer Überschuss – also mehr als 100 % EE-Strom im Netz – vorhanden ist. Wenn wir also erneuerbare Energie in diesen Anlagen verwenden wollen, brauchen wir den weiteren Ausbau insbesondere von Wind- und Solarenergie, Herr Homeyer! Da reichen die von Ihnen in der Antragsbegründung angesprochenen Tagebauflächen bei weitem nicht aus! Insbesondere für den Flugverkehr werden enorme Mengen benötigt.

Die weitere Umwandlung von Erneuerbarem Wasserstoff in flüssige Treibstoffe ist mit deutlichen Verlusten – und zwar finanziell und energetisch – verbunden. Eine zu starke Förderung könnte die Verkehrswende in eine Sackgasse führen, wenn der Eindruck vermittelt wird, synthetische Kraftstoffe seien für Verbrennungsmotoren zu akzeptablen Preisen aus Erneuerbaren Energien zu produzieren. Das ist nicht der Fall.

Mit Blick auf die verfügbaren Potentiale muss es hier deshalb eine klare Präferenz für den Einsatz im Flugverkehr geben! Für den Individualverkehr gilt, was ich bereits eingangs angesprochen hatte: Wir brauchen eine ökologische Verkehrswende!

Angesichts von bisher nur sehr wenigen in Betrieb befindlichen Elektrolyse-Anlagen halten auch wir einen forcierten weiteren Ausbau von P2X mit verbesserten ökonomischen Rahmenbedingungen für notwendig und eine Förderung des Forschungs- und Entwicklungsprozesses von Power-to-Liquid für sinnvoll.

Dass hiermit die Lausitz unterstützt werden könnte, freut mich als Jänschwalderin natürlich ganz besonders.

Vielen Dank.

Pressemitteilungen gruene.de

21. Januar 2020

Die Zukunft änderst du hier. Alle Informationen zu Programm, Personen und Möglichkeiten, bei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN aktiv zu werden.
  • „So wie wir die Gesellschaft verändert haben, hat die Gesellschaft uns verändert“
    30 Jahre BÜNDNIS 90 und 40 Jahre DIE GRÜNEN – am 10. Januar haben wir in Berlin mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und vielen Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern ein doppeltes Jubiläum gefeiert. Neben Schlaglichtern auf unsere bewegte Parteigeschichte von unter anderem Joschka Fischer, Marianne Birthler und Hans-Christian Ströbele richtete sich der Blick nach vorne: 2020 soll für die GRÜNEN das Jahr der Bündnispartei werden. Mit Rekordmitgliederzahlen und steigenden Zustimmungswerten geht es darum, Politik für die Breite der Gesellschaft zu machen.
  • Für Wirtschaft, die sich neu erfindet
    Wie klimaneutrales Wirtschaften ermöglicht und Armut bekämpft werden kann, waren die beiden Leitfragen auf der grünen Vorstandsklausur in Hamburg. Hierfür hat der Bundesvorstand zwei Maßnahmenpläne beschlossen. Die Klausur stand im Zeichen des Hamburger Bürgerschaftswahlkampfs: Die GRÜNE Katharina Fegebank möchte Ende Februar Hamburgs Erste Bürgermeisterin werden.
  • Im Mittelpunkt steht der Mensch, nicht maximale Gewinne
    Die sozial-ökologische Transformation stand im Mittelpunkt des dritten und letzten Tages des 44. Bundesparteitages der GRÜNEN in Bielefeld. Die Delegierten einigten sich nach einer mehrere Stunden andauernden Debatte auf zwei umfangreiche Beschlüsse zu Klima- und Wirtschaftspolitik.
  • Wir brauchen das Team, wir brauchen Bündnisse und wir müssen handeln
    Mit einer herausragenden Mehrheit wurden Annalena Baerbock und Robert Habeck von den Delegierten des 44. Bundesparteitags der GRÜNEN als Bundesvorsitzende für weitere zwei Jahre im Amt bestätigt.
  • Mehr wagen, um nicht alles zu riskieren
    Die Delegierten diskutieren auf dem 44. Bundesparteitag der GRÜNEN die Herausforderungen der Zeit: Klimaschutz, Wohnungskrise und die Zukunft der Wirtschaft. Das Ziel: konsequente und realistische Lösungen, die für die ganze Gesellschaft funktionieren.
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.