Heide Schinowsky

Der potentielle Standort für eine Löschflugzeugstaffel
Die Sprengung der Förderbrücke des stillgelegten Tagebaus Cottbus-Nord hat Symbolkraft
Der zukünftige Cottbusser Ostsee

Bündnisgrüne fordern Konsequenzen nach Anstieg der Sulfatbelastung durch Tagebaue

spree-exkursion-8197Die bündnisgrüne Landtagsfraktion hat die Landesregierung aufgefordert, wirksame Maßnahmen zur Eindämmung der Sulfatfrachten aus aktiven Tagebauen zu ergreifen. Sie setzt sich zudem für die Einführung eines bundesweiten Sulfat-Grenzwertes für Oberflächengewässer ein. Laut einer aktuellen Antwort der Landesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Fraktion sind die auf das Jahr gemittelten Sulfatwerte in der Spree an der Messstelle Neu Zittau (südlich von Erkner) von 2006 bis 2014 um etwa 55 Prozent angestiegen. "Die Landesregierung darf nicht weiter die Augen vor dem Problem verschließen, sie muss Konsequenzen ziehen", forderte die energiepolitische Sprecherin der Fraktion Heide Schinowsky. Auch die Berliner Wasserbetriebe bezeichneten den massiven Anstieg unlängst als `besorgniserregend´. Berlin deckt seinen Trinkwasserbedarf zu 70 Prozent aus Uferfiltrat aus der Havel und der Spree.

Sulfat entsteht durch Verwitterungsprozesse im Zuge der Braunkohleförderung und gelangt mit dem abgepumpten Sümpfungswasser in die Spree. Die fünf aktiven Vattenfall-Tagebaue tragen dabei bis zu 75 Prozent der Sulfatfracht in die Spree ein. Bislang gibt es keinen Sulfat-Grenzwert für Oberflächengewässer. Für aufbereitetes Trinkwasser gilt ein Grenzwert von 250 mg/l; zu hohe Sulfatwerte im Trinkwasser können zu Durchfall führen. Die gemeinsame Arbeitsgruppe aus Bundesländern und Unternehmen "Flussgebietsbewirtschaftung Spree, Schwarze Elster und Lausitzer Neiße" hat für Oberflächengewässer Zielwerte für verschiedene Messpunkte formuliert. So gilt für die Landesmessstelle Wilhelmsthal (bei Spremberg) ein Zielwert von 450 mg/l. Laut Antwort der Landesregierung hat der Jahresmittelwert dieser Messstelle den Zielwert mit 471 mg/l im Jahr 2014 deutlich überschritten. Auch der Jahresmittelwert für Neu Zittau (260 mg/l) legt nahe, dass der Zielwert von 220 mg/l für das nur fünf Kilometer flussabwärts gelegene Rahnsdorf überschritten worden sein könnte. Heide Schinowsky wies darauf hin, dass in der wasserrechtlichen Erlaubnis für den aktiven Tagebau Welzow ausdrücklich festgeschrieben wurde, dass das Land den Bergbaubetreiber zur Eindämmung der Sulfatfracht verpflichten kann, wenn die abgestimmten Zielwerte nicht eingehalten werden. Auch zivilrechtlich sei es möglich, Verursacher von Gewässerverunreinigungen zum Ersatz des Schadens zu verpflichten. Weil die Landesregierung diese Möglichkeiten nicht nutzt, drohen die Kosten für die Einhaltung der Trinkwassergrenzwerte nun an den Wasserversorgungsunternehmen und damit an den Wasserkunden hängenzubleiben. "Es kann nicht sein, dass Wasserkunden für die Folgekosten des Braunkohleabbaus aufkommen müssen, während die Energiekonzerne als Verursacher der Schäden unbehelligt bleiben", sagte Heide Schinowsky "Die Landesregierung muss dafür sorgen, dass die bestehenden Zielwerte eingehalten werden." Auf Bundesebene gebe es inzwischen Überlegungen, einen bundeseinheitlichen Wert für Sulfat zur Beurteilung des ökologischen Zustands von Oberflächengewässern festzulegen. "Brandenburg muss sich hier für einen strikten Grenzwert einsetzen." Die Landesregierung verweist in Ihrer Antwort darauf, dass in der wasserrechtlichen Erlaubnis für den Tagebau Welzow-Süd kein Sulfat-Grenzwert aufgenommen worden sei, weil hierfür keine gesetzliche Vorgabe bestehe.

Aktuelle Seite: Startseite Meine Themen Energiepolitik und Strukturwandel Sulfatbelastung Bündnisgrüne fordern Konsequenzen nach Anstieg der Sulfatbelastung durch Tagebaue

Pressemitteilungen gruene.de

Die Zukunft änderst du hier. Alle Informationen zu Programm, Personen und Möglichkeiten, bei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN aktiv zu werden.
  • Wie wir diese Hitze gut überstehen
    Hitze tötet – und das im wachsenden Ausmaß. Rund 2.500 Menschen sind in Deutschland im vergangenen Jahr an den Folgen extremer Hitze gestorben. Während die schwarz-rote Bundesregierung den Schutz vulnerabler Menschen als Randthema abhandelt, braucht es jetzt wirksamen Hitzeschutz als Priorität in der Politik, von der Kommune über die Bundesländer bis zur Bundespolitik.
  • Reiches Heizungsgesetz: Fossile Kostenfalle und Klimakiller
    Nach der ersten Lesung des Gebäudemodernisierungsgesetzes ist klar: Dieser Gesetzentwurf aus dem Hause Reiche ist klimaschädlich, sozial unausgewogen und verlängert die Abhängigkeiten Deutschlands von teuren Gasimporten. Diese Gesetzesnovelle sollte besser heute als morgen beerdigt werden!
  • Schwarz-rote Sozialreform: Kürzen ist noch keine Reform
    Was die Bundesregierung unter dem Deckmantel einer „Pflegereform" vorlegt, verdient diese Bezeichnung kaum. Statt strukturelle Probleme anzugehen und Lasten gerecht zu verteilen, greift der Gesetzentwurf zum Rotstift – und zwar dort, wo er am wenigsten hingehört: bei den Menschen, die ohnehin am wenigsten haben. Was wir Grüne im Detail kritisieren, liest du hier.
  • IM/PULS 2026 – Hoffnung ist eine politische Strategie.
    Tausend Menschen. Acht Bühnen. Eine Frage: Wie machen wir Politik, die wieder Hoffnung weckt? IM/PULS 2026 war keine Konferenz - sondern ein Experiment. Was dabei entstand, liest du hier.

Newsletter BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Spree-Neiße

Telegram BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN