Heide Schinowsky

Die Sprengung der Förderbrücke des stillgelegten Tagebaus Cottbus-Nord hat Symbolkraft
Der zukünftige Cottbusser Ostsee
Der potentielle Standort für eine Löschflugzeugstaffel

Dramatischer Wassermangel in der Spree verschärft Probleme mit Tagebaufolgen. Bündnisgrüne: Einseitige Strategie der Verdünnung droht zu scheitern

spree spremberg 7266Aufgrund der langanhaltenden Dürreperiode im Land Brandenburg führt die Spree immer weniger Wasser. Die Bedrohung des Trinkwassers durch erhöhte Sulfatfrachten und eine weitere Verockerung können die Folge sein. Der Abteilungsleiter im Brandenburger Umweltministeriums Kurt Augustin warnte im rbb, dass möglichweise ab September eine Verockerung des Spreewaldes nicht mehr ausgeschlossen werden könne, wenn man weiter Wasser aus der Talsperre Spremberg ablassen würde. Nach Informationen des rbb sind die sächsischen Spree-Talsperren bereits zu 85 Prozent geleert. Das Brandenburger Umweltministerium kündigte nun an, für sechs Wochen den bislang gelten Wert für Sulfat in der Spree von 450 mg/l auf 500 mg/l zu erhöhen. Die enormen Einträge sind eine Folge des jahrzehntelangen Braunkohlebergbaus in der Lausitz.

"Es zeigt sich, vorrangig auf die Verdünnung der belasteten Spree mit Frischwasser zu setzen, reicht in Zeiten von verstärkten Extremwettersituationen nicht mehr aus", sagte die bergbaupolitische Sprecherin der bündnisgrünen Landtagsfraktion Heide Schinowsky. Die Landesregierung lässt seit Jahren eine handfeste und umfangreiche Strategie zur Lösung der Probleme vermissen. Erst vor wenigen Monaten wurde bekannt, dass die Landesregierung den Strategischen Gesamtplan gegen die Eisenocker- und Sulfatbelastung der Spree nicht mehr in dieser Wahlperiode vorlegen wird.

"Dass nun doch Sulfatwerte in der Spree erhöht werden müssen um die Situation zu entschärfen, ist ein absolutes Armutszeugnis für die Landesregierung", kritisierte Schinowsky. Erst Ende Januar 2018 ruderte Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD) zurück und erteilte Überlegungen, die Werte in der Spree zu erhöhen, eine Absage. Diese Zusage wurde mit der heutigen Ankündigung des SPD-Ministers gebrochen.
Seit Jahren zögern die beiden SPD-geführten Ministerien für Umwelt und für Wirtschaft, den Braunkohle-Bergbaubetreiber zur Verantwortung zu ziehen. "Damit muss jetzt Schluss sein. Die Landesregierung muss endlich dem Bergbaubetreiber Auflagen zur Einleitung von Sulfat machen", sagte Schinowsky. Zudem muss dringend die Ertüchtigung des Wasserwerkes Müllrose in Angriff genommen werden, um die Versorgung der Stadt Frankfurt (Oder) mit Trinkwasser zu sichern. Frankfurt (Oder) wie auch Berlin nutzen Uferfiltrat aus der Spree, um das Trinkwasser aufzubereiten. Hohe Sulfatwerte bereiten hierbei zunehmend Schwierigkeiten. Beide Städte warnen seit Jahren vor dem Problem.

Weiterhin bleibe auch die Beräumung der Talsperre Spremberg vom Eisenhydroxidschlamm eine "Baustelle". Die Weigerung von Umweltminister Vogelsänger, in dieser Frage aktiv zu werden, rächt sich in diesem Sommer, sagte der umweltpolitische Sprecher der bündnisgrünen Landtagsfraktion Benjamin Raschke: "Es ist ein Unding, dass es noch nicht einmal ein Konzept gibt, wie man den Ockerschlamm aus der Hauptsperre entfernen will. Ein Teil des Eisenockerschlamms bleibt in der Hauptsperre und setzt diese zu. Das nun in dem extrem trockenen Sommer die Talsperre nicht umfänglich zur Bereitstellung von Wasser für die Spree genutzt werden kann, ist klar dem Versagen des Ministers zuzuschreiben", sagte Raschke.

"Ich erwarte, dass die Landesregierung endlich einen Plan zur Beräumung der Hauptsperre vorlegt", forderte der Umweltpolitiker. "Es ist nur eine Frage der Zeit, wann das nächste Hochwasser oder wieder eine Dürreperiode eintritt", sagte Raschke.

Mehr Informationen

Aktuelle Seite: Startseite Meine Themen Energiepolitik und Strukturwandel Braune Spree Dramatischer Wassermangel in der Spree verschärft Probleme mit Tagebaufolgen. Bündnisgrüne: Einseitige Strategie der Verdünnung droht zu scheitern

Pressemitteilungen gruene.de

Die Zukunft änderst du hier. Alle Informationen zu Programm, Personen und Möglichkeiten, bei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN aktiv zu werden.
  • IM/PULS: Zwei Tage für Ideen, Debatten und neue Perspektiven
    Vom 29. Bis 30. Mai kommen wir zum IM/PULS – Forum für Zukunft im smartvillage Berlin zusammen. Gemeinsam wollen wir die zentralen Fragen unserer Zeit diskutieren. Das Forum versteht sich als Ort der Inspiration und des Austauschs – offen für neue Stimmen ebenso wie für kritische Perspektiven.
  • Rheinland-Pfalz: Grüne schützen, was uns schützt.
    Am 22. März 2026 wählt Rheinland-Pfalz einen neuen Landtag. Für uns ist klar: Wir schützen, was uns schützt. Nur GRÜNE sorgen für eine für alle bezahlbare und sichere Energieversorgung aus Solar-, Wind- und naturverträglicher Biomasseenergie. Nur mit einer Zweitstimme für GRÜNE wird die Energieversorgung in Rheinland-Pfalz unabhängig von fossilen Energieimporten aus autokratisch regierten Staaten und extremen Preisschocks als Folge von Kriegen und geopolitischen Krisen auf unserer Welt.
  • Wirtschaftsappell: Mehr Energiewende – nicht weniger!
    Über 25 Unternehmen aus verschiedenen Branchen richten einen klaren Appell an die Bundesregierung: Der Ausbau der Erneuerbaren Energien darf nicht ausgebremst werden. Weitere Unternehmen können und sollen unterzeichnen, ebenso Privatpersonen als Unterstützer*innen. Als BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN unterstützen wir diesen Appell ausdrücklich. Denn eines ist offensichtlich: Günstiger, sauberer Strom ist die Grundlage für wirtschaftliche Stärke, Energiesicherheit und neue Investitionen.
  • Der fatale Irrweg der schwarz-roten Energiepolitik
    Nach der Energiepreiskrise durch den Krieg in der Ukraine erleben wir derzeit erneut einen Preisschock bei den Öl- und Gaspreisen. Mit dem Krieg im Iran und der blockierten Schifffahrt an der Straße von Hormus wird deutlich, wie verletzlich auch Europas und Deutschlands Wirtschaft und Energieversorgung sind. Spätestens jetzt sollte klar sein: Deutschland muss sich schnellstmöglich von fossilen Energien lösen. Die schwarz-rote Bundesregierung tut derzeit das glatte Gegenteil. Wir fordern eine Energiepolitik, die unsere Energieversorgung unabhängig, sicher und günstig macht und obendrein noch das Klima schützt.

Newsletter BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Spree-Neiße

Telegram BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.