Heide Schinowsky

Die Sprengung der Förderbrücke des stillgelegten Tagebaus Cottbus-Nord hat Symbolkraft
Der zukünftige Cottbusser Ostsee
Der potentielle Standort für eine Löschflugzeugstaffel

Rote Linie und Pflanzung von Osterglocken: 6. Dorffest gegen neue Tagebaue jetzt in Proschim

Mittlerweile zum sechsten Mal protestieren Betroffene von neuen Tagebauen bei einem Dorffest für Heimat und Zukunft in Proschim (Landkreis Spree-Neiße) für den Erhalt der Dörfer. Gemeinsam mit überregionalen Verbänden wurde an der Grenze des genehmigten Tagebaus Welzow eine symbolische rote Linie aufgezeigt und auf einem Grundstück ein Kreuz mit Blumenzwiebeln gepflanzt. Im kommenden Frühjahr werden dort gelbe Osterglocken erblühen. An den Aktionen nahmen etwa 100 Menschen aus ganz Brandenburg und Berlin teil. Das gelbe Widerstandskreuz steht in der Lausitz und Ostbrandenburg für den Protest gegen neue Tagebaue und die unterirdische Verpressung von Klimagasen aus Kohlekraftwerken. Das "Dorffest für Heimat und Zukunft" fand in den letzten Jahren in Atterwasch bei Guben statt. Nach Einstellung der Pläne für den neuen Tagebau Jänschwalde Nord wird das traditionelle Treffen der Braunkohle-Kritiker am Reformationstag nun in Proschim am Tagebau Welzow fortgesetzt.

„Der Neuaufschluss des Tagebaus Welzow-Süd II ist für eine sichere Energieversorgung nicht mehr notwendig. Die LEAG sollte sich ehrlich machen und die Pläne einstellen“, sagte die Energieexpertin der bündnisgrünen Landtagsfraktion Heide Schinowsky. Der tschechische Bergbaukonzern will erst nach 2020 bekanntgeben, ob Proschim und Teile der Stadt Welzow für einen neuen Tagebau abgebaggert werden. Die Bündnisgrünen sehen bereits heute Handlungsbedarf für die Landesregierung: „Es gibt derzeit keine Pläne, wie die Region um Welzow ohne neuen Tagebau aussehen soll. Daher muss die Landesplanung unbedingt jetzt damit beginnen, einen Braunkohleplan ohne den neuen Tagebau Welzow-Süd II aufzustellen“. Für den Fall, dass die LEAG im Jahr 2020 verkündet, dass die Kohle nicht mehr abgebaggert wird, darf die Gestaltung der Folgelandschaft nicht allein dem Bergbaubetreiber überlassen sein“, forderte Schinowsky.

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