Heide Schinowsky

Der potentielle Standort für eine Löschflugzeugstaffel
Der zukünftige Cottbusser Ostsee
Die Sprengung der Förderbrücke des stillgelegten Tagebaus Cottbus-Nord hat Symbolkraft

Bündnisgrüne Fraktionen fordern vor Landesplanungskonferenz Absage an neue Braunkohletagebaue

tagebau_welzowDie bündnisgrünen Fraktionen im Brandenburger Landtag und dem Berliner Abgeordnetenhaus haben den Regierenden Bürgermeister von Berlin Michael Müller und den Brandenburger Ministerpräsident Dietmar Woidke (beide SPD) aufgefordert, bei der am Mittwoch tagenden Landesplanungskonferenz Plänen für neue Tagebaue in Brandenburg eine Absage zu erteilen. Die Landesplanungskonferenz ist das höchste Gremium der gemeinsamen Landesplanung von Berlin und Brandenburg. Auf Initiative der Berliner Grünen hatte das Berliner Abgeordnetenhaus im Januar dieses Jahres mit den Stimmen aller Fraktionen Michael Müller aufgefordert, wegen des geplanten neuen Tagebaus Welzow-Süd II die gemeinsame Landesplanungskonferenz einzuberufen. Das Land Berlin kritisiert vor allem die negativen Auswirkungen auf das Klima und die Bedrohung der Trinkwasserversorgung durch Sulfat.

Der energiepolitische Sprecher der Berliner Abgeordnetenhausfraktion der Bündnisgrünen Michael Schäfer sagte: "Die Entscheidungen über neue Tagebaue in Jänschwalde und Welzow sind die wichtigsten energiepolitischen Weichenstellungen in Brandenburg und Berlin in diesem Jahrzehnt. Allein beim geplanten Tagebau Welzow Süd II geht es um 200 Millionen Tonnen Braunkohle, die - wenn sie verbrannt werden - zehn Mal so viel CO2 erzeugen wie ganz Berlin in einem Jahr. Neue Braunkohletagebaue sind energiepolitisch unnötig und klimapolitisch ein Desaster." Die energiepolitische Sprecherin der Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Brandenburger Landtag Heide Schinowsky sagte: "Die Braunkohlenpläne müssen auf den Prüfstand. Wenn alle Fakten einbezogen werden, ist klar, dass neue Tagebaue für eine sichere und bezahlbare Energieversorgung nicht mehr notwendig sind. Im Gegenteil, die Umweltlasten der Braunkohle kommen uns teuer zu stehen, wie allein die Verockerung und die steigenden Sulfateinträge in die Spree deutlich machen". Sie verwies darauf, dass die Landesplanungsbehörden dem Bergbaubetreiber Vattenfall für den geplanten neuen Tagebau Welzow Süd II keine Vorgaben zur Verbesserung der Wasserqualität gemacht haben, wie das im Kohleland Nordrhein-Westfalen inzwischen Standard sei. Während die Vorgaben in Nordrhein-Westfalen zur Folge hätten, dass nur deutlich weniger verschmutztes Sümpfungswasser aus Tagebauen in Fließgewässer eingeleitet werden darf, verzichteten die Landesplaner hierzulande offenkundig mit Rücksicht auf die Vattenfall dadurch drohenden Kosten auf diesen Schritt. Mit Blick auf die in den letzten Jahren massiv angestiegenen Sulfatwerte in der Spree sagte Michael Schäfer: "Es ist nicht hinzunehmen, dass Berliner und Brandenburger Wasserkunden für die Schäden durch die Braunkohle aufkommen sollen, nur damit die Gewinne von Bergbaubetreibern nicht geschmälert werden." Die beiden Abgeordneten erinnerten daran, dass die beiden Bundesländer bereits 1996 beschlossen hatten, Entscheidungen der Landesplanung gemeinsam zu treffen, und sich gegenseitig Mitentscheidungsrechte eingeräumt hätten: "Solche Mitentscheidungsrechte hat der Senat auch in der Frage der Braunkohle. Wir fordern den Senat auf, sie endlich in vollem Umfang zu nutzen und neuen Tagebauen eine Absage zu erteilen", sagte Michael Schäfer. Auch Umweltverbände wie der BUND haben erneut deutlich gemacht, dass Braunkohlenpläne Bestandteile der Landesplanung sind und jederzeit geändert werden können. Angesichts der drohenden weiteren Schäden für das Trinkwasser der Region und für das Klima sei dieser Schritt überfällig, sagten die beiden Abgeordneten.

Aktuelle Seite: Startseite Meine Themen Energiepolitik und Strukturwandel Tagebau Bündnisgrüne Fraktionen fordern vor Landesplanungskonferenz Absage an neue Braunkohletagebaue

Pressemitteilungen gruene.de

Die Zukunft änderst du hier. Alle Informationen zu Programm, Personen und Möglichkeiten, bei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN aktiv zu werden.
  • Reiches Heizungsgesetz: Fossile Kostenfalle und Klimakiller
    Nach der ersten Lesung des Gebäudemodernisierungsgesetzes ist klar: Dieser Gesetzentwurf aus dem Hause Reiche ist klimaschädlich, sozial unausgewogen und verlängert die Abhängigkeiten Deutschlands von teuren Gasimporten. Diese Gesetzesnovelle sollte besser heute als morgen beerdigt werden!
  • Schwarz-rote Sozialreform: Kürzen ist noch keine Reform
    Was die Bundesregierung unter dem Deckmantel einer „Pflegereform" vorlegt, verdient diese Bezeichnung kaum. Statt strukturelle Probleme anzugehen und Lasten gerecht zu verteilen, greift der Gesetzentwurf zum Rotstift – und zwar dort, wo er am wenigsten hingehört: bei den Menschen, die ohnehin am wenigsten haben. Was wir Grüne im Detail kritisieren, liest du hier.
  • IM/PULS 2026 – Hoffnung ist eine politische Strategie.
    Tausend Menschen. Acht Bühnen. Eine Frage: Wie machen wir Politik, die wieder Hoffnung weckt? IM/PULS 2026 war keine Konferenz - sondern ein Experiment. Was dabei entstand, liest du hier.
  • Tag der Frauengesundheit: Bundesregierung hat Frauen nicht im Blick
    Frauen leisten den überwiegenden Teil unbezahlter Sorgearbeit in Deutschland. Die von der Bundesregierung geplanten Kürzungen des Unterhaltsvorschuss treffen unmittelbar alleinerziehende Frauen und Kinder. Sie bezahlen dafür auch mit ihrer körperlichen und psychischen Gesundheit. Hier lest ihr, warum wir echte Gleichstellung in der medizinischen Gesundheitsversorgung brauchen und wie wir Frauen wirklich entlasten.

Newsletter BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Spree-Neiße

Telegram BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.